#43 Entlang der algerischen Grenze, auf der Piste nach Zagora

[14.04.2016] Nachdem wir uns verabschiedet haben machen wir uns gleich auf den Weg die Ostumfahrung der Erg Chebbi zu fahren. Es ist schon Nachmittag und wir wollen noch etwas Strecke machen, bevor wir uns einen schönen Stellplatz suchen.

Festgefahren

Keine 3 Kilometer gefahren komme ich etwas von der Piste ab und fahre uns in weichem Sand fest. Kein Problem, immerhin haben wir sehr viel Luft in den Reifen. Luft ablassen sollte reichen um hier wieder rauszukommen. Es dauert keine 5 Minuten, als zwei Marokkaner mit dem Motorrad ankommen und mir den “nützlichen” Tipp geben Luft abzulassen. Ich betone mehrmals, dass wir keine Hilfe brauchen, in weiser Voraussicht, dass dies was kosten wird. Man merkt schnell wer in Marokko ein paar Diram abgreifen will und wer wirklich nur ganz selbstlos helfen will.

Diese beiden jungen Männern waren definitiv auf Beutefang. Trotzdem schaufelt der junge Mann 2 Hände voll Sand vor den Reifen weg und bittet am Ende um ein paar Diram. Ich weise in höflich zurecht, dass ich erstens keine Hilfe gebraucht habe und er auch nicht wirklich was gemacht hat. Er gab mir recht danach wollte er mir noch nützliche Informationen zum Weg geben. Ich verneinte wieder rum, kurz bevor wir losfahren und er gemerkt hat das bei uns nichts zu holen ist, gibt er uns noch ein paar Tipps. Durch den starken Wind die letzten Tage gibt es viele Sandverwehungen, wir müsse noch ein paar Kilometer weiter in den Süden fahren, um problemlos auf die Piste der Ostumfahrung zu queren. Wir bedanken uns und machen uns auf den Weg.

 

Einsam zwischen den Dünen schlafen

Schon bald sind wir wieder auf der richtigen Piste und finden einen schönen Stellplatz zwischen den Dünen. Am nächsten morgen sitzen wir gemütlich im Sand und lassen uns unser Frühstück schmecken. Wir fühlen wieder dieses schöne Gefühl der grenzenlosen Freiheit und freuen uns schon darauf die Piste weiter durch die Wüste zu fahren.

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Auf der Piste nach Zagora

An dieser Stelle einfach einige Bilder von unserer Fahrt auf der Piste. Wir durchfahren die tollsten Landschaften und müssen immer wieder anhalten um die neuen Gesteinsformationen links und rechts zu bewundern. Es ist einfach unbeschreiblich hier entlang der algerischen Grenze zu fahren, mitten im nirgendwo. Wir sind das erste mal seit dem wir in Marokko unterwegs sind mehrere Stunden alleine unterwegs und sehen niemanden!

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Mit dem Fahrrad durch die Wüste

Wir holpern schon eine ganze Weile mit dem Auto durch die Gegend, die Hitze und Trockenheit macht uns extrem schlapp. Jede kleinste Kraftanstrengung scheint zu viel zu sein. Wir parken im Schatten eines Baumes, um uns auszuruhen. Nach kurzer Zeit sehen wir in der Ferne zwei Fahrräder in unsere Richtung fahren und schon bald lernen wir zwei Franzosen kennen, wir schätzen sie um die !60/70 Jahre!, die einfach mal eine Wüstenumrundung mit dem Fahrrad machen bei einer geschätzten Temperatur von 33 Grad. Wahnsinn wir können es kaum glauben, wozu einige Leute imstande sind. Auf alle Fälle haben sie unseren größten Respekt verdient.

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Abbruch auf halber Strecke

Wir sind nun schon etliche Stunden auf der Strecke unterwegs und als wir auf die Karte schauen sind wir etwas erschreckt wie wenig km wir erst gemacht haben. Wir sind nun mittlerweile schon seit über einer Woche hier in der Wüste und langsam macht uns die Hitze zu schaffen. Wir beschließen über eine kleine Straße vor der Wüste und Hitze zu flüchten. Was ich am nächsten Tag gleich bereuen werde, zu gerne wäre ich noch die restliche Piste nach Zagora gefahren, gerade deshalb weil es da etwas mehr anspruchsvoll werden soll. Aber was tut man nicht für seine zwei liebsten :-).

Marlene und Arja sind auf jedenfall froh wieder in etwas mildere Temperaturen vorzudringen und die holprige Piste hinter uns zu lassen. Es dauert nicht lange bis es erste Anzeichen von Zivilisation gibt, wir finden allerdings noch einen schönen Platz zwischen ein paar Sandverwehungen und verbringen eine erholsame Nacht. Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Todra-Schlucht.

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1 Antwort

  1. Mario sagt:

    Hi David,
    das sind echt tolle Eindrücke eurer Reise! Und ich ziehe meinen Hut vor euch: die Strecke und die äußeren Einflüsse sind ja mal alles andere als gewöhnlich! Ich weiß nicht, ob ich mir das zutrauen würde, alleine durch die Wüste zu prechen. Weiterhin pannenfreie Fahrt!
    Beste Grüße!
    Mario

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