#33 Wildcampen mitten vor der Akropolis/Athen

08.01.2015 – Ich drehe den Schlüssel nach links, der Motor geht aus. Ich atme ein paar Mal tief durch, der Puls ist immer noch auf 180, wir sind am Ziel! Wir stehen auf einem Parkplatz mitten in Athen vor der Akropolis. Die Fahrt durch die Stadt am Freitag Nachmittag hat mir jeden Nerv geraubt. Nachdem wir uns auch noch verfahren haben bin ich heil froh, dass wir es bis zum Parkplatz geschafft haben. Bevor wir Athen wieder verlassen werde ich den Bus hier keinen cm mehr bewegen!

 

Bevor wir allerdings in der Hauptstadt Griechenlands ankommen haben wir noch ein paar Kilometer von Nafplio aus zurückzulegen. Der erste Stop ist in Korinth, mein linkes Ohr ist zu und dort soll es einen HNO- Arzt geben. Nica und Söntke fahren schon voraus und suchen Stellplatz auf der anderen Seite vom Kanal.

 

Der etwas andere Arztbesuch

Den Arzt finden wir recht schnell, große Glasfront, ein goldenes Schild mit griechischer Schrift, ich verstehe nichts aber die Hausnummer stimmt. Die Türe ist verschlossen, aber ein Mann im Anzug macht auf und gibt uns zu verstehen, dass wir hier falsch sind. Ok, alles klar, wir gehen ein paar Meter und um die Ecke. Hier schaut es schon ganz anders aus. Eine alte Frau füttert ein großes Rudel Katzen, etwas weiter finden wir eine kleine Türe mit Gitterstäben davor, der Name vom Arzt steht auf einem Schild, aber es ist verschlossen.

Kurz nach 19 Uhr, ich habe dicke Kopfhörer auf und sitze auf einem Stuhl in der Praxis. Meine Ohren sind wieder frei und der Arzt will noch einen Hörtest mit mir machen. Anders als in Deutschland, wo man in einer Schalldichten Kabine sitzt und sich auf die Töne konzentrieren kann, sitze ich auf einem Stuhl mitten im Raum.

Ich versuche mich auf die Töne zu konzentrieren, was mir allerdings aufgrund der vorbei fahrenden Roller und des laut brummenden Kühlschrankes schwer fällt. Damit die ganze Sache noch schwieriger wird fragt mich der lustige Doktor alle 2 Sekunden ob ich noch was höre, worauf ich antworten muss. “Yes?” “Yes!” “Yes?” “Yes!” “Yes?” “Yes!” “Yes?” “hmmm, no!” Ich muss mich zusammenreisen, dass ich nicht laut anfange zu lachen.

Nach ein paar Minuten bin ich durch, bekomme bestädigt, das ich perfekte Ohren und ein musikalisches Gehör hab, bin 50 Euro los. Ich bitte um eine Quittung, damit ich die ganze Sache bei meiner Kasse einreichen kann. Ich soll meinen Namen/Adresse auf die Quittung schreiben, der Doktor schreibt bei Diagnose in Großbuchstaben “Hals Nasen Ohrzen Besuch”, um seine Deutschkenntnisse zu demonstrieren. Als ich ihn bitte eine Beschreibung meines Anliegens hinzuzufügen, gibt er Marlene den Stift, sie soll auf Deutsch schreiben was mir gefehlt hat. Ohje, diese Quittung wird mir niemals anerkannt. Ich bitte ihn einfach die Diagnose in englisch zu stellen und selbst hinzuschreiben. Die Quittung schaut sehr wild aus, ich bin gespannt was die Kasse dazu sagt :-).

 

Der nächtlicher Sturm

Mittlerweile ist es nach 20 Uhr, wir machen uns auf zu Nica und Söntke, sie haben einen guten Platz zum schlafen gefunden, direkt an einem Leuchtturm.

Als wir ankommen, schlafen die beiden schon. Wir stellen uns in die Nähe und gehen ins Bett. Draußen tobt ein starker Wind, der Bus wackelt und wir werden durch geschaukelt wie auf einem Schiff. Ich döse etwas vor mich hin, richtig gut schlafen kann ich nicht. Ich wache wieder auf als uns wieder eine heftige Böe erwischt und habe im Halbschlaf Angst, dass es uns die Solarplatten vom Dach reist. Wiederwillig stehe ich auf und parke den Bus um. Wir stehen etwas besser, bekommen aber immer noch den Sturm mit.

 

Der Leuchtturm

 

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08.01greece-8343.2015 – Wir schlafen etwas länger, stehen auf, frühstücken und haben auch gleich ein paar neue Freunde gefunden. Es tummeln sich viele kleine Süße Katzen hier auf dem Parkplatz, die sich sehr über etwas Brot und Milch freuen.

 

 

 

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Nica und Söntke haben die Gegend gestern schon erkundet und fahren schonmal vor nach Athen. Wir starten eine kleine Erkundung zum Leuchtturm. Die Gegend ist sehr schön und das Meer ist durch den starken Wind richtig aufgewühlt. Wenn man genau hinsieht, kann man etwas Schnee auf einem entferntem Berg erkennen.

In Athen

Weiter gehts nach Athen, wie Ihr ja bereits wisst war die Fahrt durch die Stadt sehr nervenaufreibend. Wir stehen auf einem Parkplatz (37.969756, 23.722917) direkt bei der Akropolis, den Tipp haben wir von zwei Deutschen in Nafplio bekommen, die hier mit ihrem Bus 10 Tage ohne Probleme standen. Kostenlos ist die ganze Sache auch und ein offenes Wifi ist inklusive! Wir standen 3 Tage auf dem Parkplatz ohne Probleme.

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Wir haben noch etwas Tageslicht und starten eine Erkundung der Gegend. Keine 10 Minuten und wir haben eine tolle Aussicht über die Stadt. Wahnsinn wie weit sich die Gebäude über die Landschaft erstrecken. Wie Söntke so schön sagt, es sieht aus als ob jemand hier eine Kiste Lego hingeschmissen hat.

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Für einen Besuch der Akropolis ist es bereits zu spät, wir spazieren also durch die Straßen Athens.

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Bei den Markthallen finden wir viele tolle Geschäfte, wir machen Halt bei einem Gewürzladen und decken uns mit Curry, Datteln und Bananenchips ein. Auf der Suche nach einem günstigen Restaurant gehen wir durch die Fleischhalle. Söntke und Nica tuen mir richtig leid (beide Vegetarier), selbst mir wird es hier etwas flau im Magen, gar nicht so sehr vom Anblick der teils ganzen Tiere am Haken, eher von dem leicht säuerlichen Geruch der in der Luft liegt.

Wir finden ein nettes Restaurant mitten in den Hallen und essen was zu Abend.

 

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Am darauf folgenden Tag sind wir nochmal in der Stadt unterwegs. Athen überrascht uns sehr, es ist ganz anders als erwartet. Die Stadt ist voller Leben, Kunst und Kultur. Wenn man durch die schmalen Gassen der Altstadt läuft, erhält man immer wieder einen Blick auf antike griechische Bauten. In den Straßen sind Musiker, Künstler, die ihre Kreationen verkaufen und Flohmärkte. Immer wieder sieht man kleine Lädchen mit Antiquitäten, in denen die Ware bis an die Decke gestapelt ist und man sich erstmal den Weg rein erkämpfen muss.

 

Akropolis

09.01.2016 Bereits als wir am 1. Tag in die Stadt rein fuhren, waren wir beeindruckt von dem Blick auf die riesigen Tempel der Akropolis. Umso mehr freuen wir uns heute die Akropolis anzuschauen.
Wie man sieht wollen nicht nur wir die Akropolis anschauen, sonder viele andere Leute auch. Wieder mal sind wir froh, nicht gerade in der Saison hier zu sein, schon allein deshalb, weil das Ticket dann das doppelte gekostet hätte.

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Der Panthenon ist der größte Tempel der Akropolis und der Göttin Athena Parthenos gewidmet.

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Die imposanten Bauwerke sehr beeindruckend. Kaum zu fassen, dass sie aus ca. 500 v.Chr. stammen. Immer, wenn ich so antike Bauwerke sehe, würde ich mir eine Zeitreise wünschen, nicht nur um die Bauwerke in ihrer vollen Größe zu sehen, sondern um das Leben damals zu erfahren. Man fragt sich wirklich, wie die Baumeister damals die tonnenschweren Marmorblöcke auf bis zu 17 Metern höhe aufgetürmt haben.

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Olympieion (Tempel des Zeus)

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athen-2328Der Zeustempel war einer der größten Tempel des antiken Griechenlands. Heute ist nur noch ein Bruchteil davon erhalten, trotzdem lässt sich aufgrund einiger erhaltener Säulen (Höhe 17 Meter) die Größe des Tempels erahnen.

 

Agora

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athen-8384 10.01.2016 – Das Wetter ist heute nicht sehr gut. Wir packen Regenschirm und Jacke ein und machen uns auf den Weg Agora anzuschauen.

Davor steigen wir noch kurz auf den Filapapou Hügel, vorbei am Sokrates Gefängnis. Lokalen Überlieferungen zufolge, war dies der Ort an dem Sokrates seine letzten Stunden verbrachte, bevor er das tödlich Gift trinken musste.

 

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athen-8400Die Agora war ein Versammlungsplatz für Heeres-, Gerichts-, und Volksversammlungen und war wesentlich für die Entwicklung der attischen Demokratie. Zudem befindet sich dort der am besten erhaltensten Tempel Griechenland (Tempel des Hephaistos).

 

 

Nach drei Tagen Großstadtgetummel wird es für uns Zeit wieder aufzubrechen, wir fahren 3 Stunden in den Norden um dort die heißen Quellen von Thermopolis zu besuchen.

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8 Antworten

  1. Helmut sagt:

    Hallo,
    ich habe erst heute euren Blog entdeckt. Respekt!
    ich fahre seit 2000 einen T4 Camper (1997). macht mir mut auch mal weiter zu fahren und für länger.

    • David sagt:

      Hallo Helmut,
      freut uns natürlich, dass dir unsere Berichte gefallen und dich dazu ermutigen mal für längere Zeit durchzustarten 🙂
      Viele Grüße

  2. MA sagt:

    Ich dachte, ihr habt `ne Solardusche ??!

    Gute Reise !
    PS: Bei uns hat’s geschneit 😉

  3. Toll, wie Du das alles dokumentierst! Gute Besserung für Deine Ohen und weiterhin gute Reise!

  4. Heinz sagt:

    Hallo,
    ich lese hier schon länger mit. Eure Art zu reisen gefällt mir sehr, aber ich muss mal etwas Indiskretes fragen 😉 Wie macht Ihr das mit der Körperhygiene, wenn Ihr z.B. so lange auf dem Parkplatz vor der Akropolis steht? Ihr habt doch wahrscheinlich weder Dusche noch Klo in dem kleinen Bus.
    Weiterhin viel Spaß !
    Heinz

    • David sagt:

      Hallo Heinz,

      also normalerweise sind wir nicht sehr lange in Städten. Toilette ist allerdings kein Problem, in der Nähe vom Parkplatz gabs ein öffentliches WC und wenn es mal keines gibt gehen wir einfach in ein Restaurant.
      Dusche haben wir auch nicht dabei, wir waschen uns meistens im Fluss oder gehen ins Meer. Ein paar Tage ohne Duschen ist meistens auch kein Problem. Fühlt man sich dreckig kann man sich ja immer noch per Katzenwäsche waschen.

      Viele Grüße
      David

      • Heinz sagt:

        Morgen David,
        danke für die Antwort. Ich habe auch einen VW-Bus, mit dem ich von April bis Oktober unterwegs bin. Der hat auch keine Dusche aber immerhin ein Notklo in Form eines Eimers mit einer Klobrille oben drauf. Da kommt eine Plastik-Mülltüte und ein wenig Zeitungspapier rein. Und entsorgt wird das Ganze dann in der nächsten Mülltonne 🙂
        In der Regel gehe ich aber auf Campingplätze. In Athen gibt es übrigens einen ganz brauchbaren.
        Weiterhin viel Spaß!
        Heinz

  1. 28. März 2017

    […] Leuchtturm nahe dem Korinth Kanal […]

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