Info #2 Gasflaschentausch in Griechenland ein großes Problem

Seit der Ochsenbauchbucht ist unsere große 11 KG Gasflasche das erste Mal leer. Zu meiner Überraschung hat sich das überhaupt nicht angekündigt…von der einen auf die andere Sekunde “Puff”, aus! Unsere kleine 420g Kartusche für den Campingkocher hält nicht mehr lange durch. Wir müssen uns dringend um das Gas kümmern!

Schlechte Vorbereitung ist alles

Vor der Abreise hab ich mir zum Tausch/Befüllen keine großen Gedanken gemacht. Marlene hat zwar mehrmals nachgehackt, ob es sicher so einfach möglich ist die Flasche aufzufüllen oder zu tauschen, aber ich hab mir nur gedacht: Bei so vielen Leuten die in Griechenland Urlaub machen, wird sicher eine Station zu finden sein die unsere Flasche auffüllt oder tauscht. Falsch gedacht! 

Unser erster Gedanke, ADAC anrufen. Dieser hat uns auch nach kurzem nachforschen zurück gerufen und eine Adresse in der Nähe genannt. Voller Zuversicht fahren wir zu der 25 km entfernten Tankstelle und müssen feststellen, das der Auffülladapter nicht auf unsere Flasche passt.

Wie ich nach kurzer Recherche erfahren muss, hätte wir uns ein Euro-Adapter-Set kaufen sollen. Kostet keine 20 Euro, aber hier in Griechenland nicht zu bekommen. Klasse.

Die lange Suche nach Gas

Nachdem wir zig Tankstellen abgefahren haben und diverse dubiose Hinterhof Gashändler aufgesucht haben steht eins fest: Keine Chance unsere Flasche aufzufüllen oder zu tauschen.

Wir sind mittlerweile schon ein paar Tage ohne Gas unterwegs. Zum Glück fahren Nica und Söntke wieder mit uns und können uns mit ihrem Benzinkocher aushelfen. (Kommt bei der nächsten Reise auf jedenfall als Backup Kocher mit!!)

 

Wir gehen die Optionen durch:

Option A: Griechische Flasche kaufen. Problem: Wohin mit unserer Flasche? Kosten! Kommt für uns also nicht in Frage.

Option B: Euro-Adapter-Set oder Auffülladapter nach Griechenland schicken lassen. Problem hierbei ist die Adresse. Wir könnten die Sachen zwar an einen Campingplatz in Athen oder zum ADAC schicken lassen, aber sind somit abhängig bis die Sachen eintreffen.

Als letzte Option hab ich die Hoffnung auf Campingplätzen jemanden zu finden der uns mit unserem Problem weiterhelfen kann.

 

In Gythio gibt es viele Campingplätze, nur einer hat offen, kaum Leute. Meine Hoffnung hier einen passenden Adapter zu finden nimmt rapide ab.

Zum Glück treffen wir den Rumänen Tudor, von Tudor bekommen wir den langgesuchten Adapter zum Auffüllen unserer Gasflasche! Er nennt uns noch eine Tankstelle in der Nähe die Gasflaschen auffüllt. Das ist nämlich auch nicht überall Möglich, da verboten. Am meisten Glück hat man bei Tankstellen außerhalb der Städte auf dem Land.

Eine halbe Stunde später bezahl ich 14,25 Euro für 19 Liter Gas. Kurzer Funktionstest: Juhuu wir haben wieder Gas!

Tipps und Tricks zum in die Luft sprengen

…oder wie befülle ich die Flasche selbst. Hier noch ein paar lebenswichtige Informationen (ohne Gewähr!) zum befüllen der Gasflasche. Ich will das hier niemandem empfehlen, da die ganze Sache nicht ohne ist. Auf keinen Fall machen, wenn man nicht ganz genau weiß was man tut.

 

  1. Flaschen nie komplett füllen!! In eine 11 KG Flasche passen zwar mehr als 11 KG, aber die Flaschen dürfen max. zu 80 % gefüllt sein. Das Gas braucht Raum um sich auszudehnen und zu verdampfen. Ist die Flasche komplett gefüllt, öffnet sich bei zu großer Hitze das Sicherheitsventil und eine große Menge Gas strömt aus und fackelt euch den ganzen Bus ab.
  2. Immer nach wiegen (z.b. Federwaage)! Am besten man wiegt die Flasche vor und unbedingt nach dem befüllen. Auf der Flasche ist das Leergewicht angegeben (Tara) zusammen mit der Füllmenge erhält man das Gesamtgewicht. Sollte wirklich mal zuviel eingefüllt sein, das Gas ablassen. Das man das nicht neben dem Lagerfeuer machen sollte, sollte jedem klar sein…
  3. Eine vermutet leere Flasche kann immer noch voll sein. Habt ihr die Flasche schonmal mit LPG (Butan/Propan) gefüllt, kann es bei nierigen Temperaturen vorkommen, dass das Butan nicht mehr gasförmig wird (Siedepunkt) und flüssig in der Flasche bleibt. Selbst wenn die Flasche dann keinen Druck mehr hat, ist noch Gas vorhanden. Füllt man nun einfach oben drauf, ist eine Überfüllung möglich.
  4. Liter ist nicht gleich kg! Als Faustformel kann man sagen 1 Liter Gas entspricht c.a. 0,5 kg
  5. Wenn nicht unbedingt notwendig, die Finger davon lassen.

 

Gas, Orangen und eine warme Dusche

Wir kehren zu Tudor zurück, zu unserer Überraschung werden wir zum Tee und Abendessen eingeladen und dürfen mit unserem Bus auf ihrem Grundstück übernachten. Warme Dusche inklusive :-).

Die zweite gute Nachricht: Tudor verkauft uns seinen Adapter und bestellt sich die Tage einen neuen.

Zu guter letzt dürfen wir noch die Orangen, Mandarinen und Zitronenbäume im Garten ernten und nehmen 5 große Tüten Früchte mit. Da hat es sich mal wieder gelohnt nicht gleich auf die einfachste (und teuerste Lösung) einzugehen und uns einfach eine griechische Flasche zu kaufen.

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12 Antworten

  1. Brigitte sagt:

    Verstehe ich jetzt gar nicht…..wir haben unsere Gasflasche in der Türkei und auch in Griechenland….sogar auch in Mazedonien gefüllt bekommen….unsere deutschen Flaschen…

    • Mario Gross sagt:

      Hallo Brigitte. Wir leben hier in der Türkei und haben bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden unsere deutschen Flaschen zu befüllen. Wo habt ihr das mit euren Flaschen gemacht? Gruß Mario

  2. dieter wohlleber sagt:

    ganz, ganz toll für mich, diesen Reisebericht eines vw- bus campers zu lesen und nicht immer nur von den Prunkprotzwohnmobilisten mit motorrollern oder smarts im rumpf.
    habe viele tolle infos für meine art urlaub zu machen erhalten. vielen herzlichen dank!!!

  3. Hallo David, gehts Euch gut? Wollte mich nur mal melden und grüße Euch ganz herzlich
    Nachbarin Lyss

    • David sagt:

      Hallo Lyss,
      uns gehts dreien (nun ja auch mit Hund) gehts super. Sind gerade in Südtirol und werden bald wieder in der Heimat vorbei schauen!

      Viele Grüße
      David

  4. Mario sagt:

    Hallo David,
    da hat es das Schicksal ja zuerst besonders schlecht mit euch gemeint. Dass mal das Gas aus geht, ist ja das eine. Aber dass quasi kein Refill möglich oder in Sicht ist, das Andere! Um meine Community auf #VANweh für das Gasflaschen-Thema zu sensibilisieren, habe ich deinen Post in mein weekly reading der ersten Woche 2016 aufgenommen. Du weißt schon, meine Wochenrückschau, was so in der Blogosphäre rund um Wohnmobil, Reisen und Fotografie so geschah.
    Viele Grüße und weiterhin viel Freude auf eurer Reise. Stets unfallfreie Fahrt und eine handbreit Gas in der Flasche 😉
    Mario

  5. Oh, wie ich das kenne! Meinem damals natürlich noch lebendem Mann und mir ist dieses Malleur mit den Gasflaschen auf dem großen Schiff auch passiert! Das war vielleicht eine Gaudi, jedes mal musste der Matrose mit dem Zodiak an Land fahren und nachdem der Matrose nicht gut mit Sprachen war, musste mein Mann Christian, Dr. der Chemie und Medizin und großer Chef, selber fahren, ich vergesse nie, wie er geschimpft hat. Natürlich auch, weil er tagelang nichts Anständiges zu essen bekam. So David, das war ein kleiner Schwank aus meiner Seefahrerzeit. Immerhin war ich so an die 7 Jahre mit dem Schiff unterwegs, meistens natürlich auf dem Mittelmeer, kurzfristig auf dem Atlantik. Deswegen faszieniert mich jetzt ja Deine Reise so sehr. Ich finde es einfach toll, was Ihr da macht! Liebe Grüße von der Nachbarin

    • David sagt:

      Hallo Lyss,
      dass Du so lange auf dem Schiff unterwegs warst wusste ich ja garnicht :-). Hört sich auf jedenfall spannend an, wenn ich wieder zurück bin musst du mir da mal was erzählen!

      Viele Grüße immer noch aus Griechenland
      David

  6. Joscha von Rappard sagt:

    Hey David,

    das mit den Gasflaschen wird dann noch mal lustig in der Türkei. Wir hatten 2012 ALLE möglichen Adapter dabei und konnten trotzdem keine Gasflasche befüllen Mit zwei verschiedenen Adaptern wäre es zwar theoretisch möglich gewesen eine türkische Gasflasche an unseren Anschluss zu basteln, wegen der grösseren Abmasse hätte die aber nicht in unseren Glasschrank gepasst. Wir haben dann irgendwann durch Glück und Hilfe einen Tankwart getroffen, der einen selbstgeschweissten Adapter für eine LPG Gaspistole hatte. Der hat dann unsere Gasvorräte wieder aufgefüllt.
    Dieses Erlebnis war ausschlaggebend weshalb wir jetzt mit Diesel heizen und mit Spiritus kochen. Gas sucks!

    Viel Glück,
    Joscha

    • David sagt:

      Au weh, danke für den Tipp, werden dann auf jeden Fall hier in Griechenland nochmal die Flasche voll machen. Länger als 3 Monate können wir ja sowieso nicht in der Türkei bleiben und solange sollte die Flasche reichen.

      Viele Grüße

  1. 8. Januar 2016

    […] hier die (deutsche) Gasflasche nicht auf die Leitung. Einen Adapter gibt es nicht. Hier zumindest. Wie David dann doch noch zu einer gefüllten Flasche kam liest du in seiner […]

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